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Auch in Saßnitz gefällt es uns recht gut. Hier war ich schon einmal, aber das ist viele Jahre her. Damals, vermutlich Anfang der 90er Jahre mit dem Vereinsschiff der HVK, gab es noch keine Schwimmstege. Dafür aber jede Menge Kutter der Hochseefischerei und ein Ambiente, welches unseren Vorstellungen eines Ostblockstaats in allen Nuancen entsprach. Nichts von alledem ist übrig geblieben. Eine moderne geschwungene Fußgängerbrücke (der Balkon zum Meer), die das Areal des Hafens mit dem "Oberland" verbindet und eine völlig "renovierte " Stadt empfängt ihre Besucher. Von den Fischerbooten gibt es kaum noch welche. Sieht man mal von denen ab, die entlang der Außenmole liegen und, wie in Warnemünde auch, frische Fischbrötchen und den Service eines  einfachen Restaurants auf dem Wasser anbieten. Die restlichen Fischkutter bieten den Besuchern eine "Hochseefahrt"  zu den Kreidefelsen und sichern so ihre Existenz. Wir fühlen uns wohl in Saßnitz und können auch unseren Bordproviant durch einen fußläufig erreichbaren Discounter auffüllen. Für einen Besuch des Königsstuhls ist es zu Fuß allerdings ein wenig weit. Aber dank guter Busverbindungen schnell zu erreichen. Der Königsstuhl ist der berühmteste Kreidefelsvorsprung der Stubbenkammer im Nationalpark Jasmund auf Rügen. Er liegt 118 m ü. NN und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Und wenn man es nicht genau wüsste, dann könnte man annehmen, man befindet sich auf den Kreidefelsen von Møns Klint in Dänemark, dessen höchste Erhebung mit 126 m nur unwesentlich höher ist. Am 19. Juli ist es dann soweit. Lt. Wetterbericht sind für diesen Tag östliche Winde zwischen 3 und 5 Bft. zu erwarten. Nicht ganz optimal für unseren 101 Grad Kartenkurs, aber immerhin. Möglicherweise können wir auf direkten Weg unser Ziel erreichen. Wenn wir also Glück haben, ohne gegenan kreuzen zu müssen. Die Tauranga läuft nämlich auch hoch am Wind ganz beachtlich und bring uns tatsächlich bis zum Abend -immer an der Windkante segelnd- nach ca. 73 sm bis zum neuen Yachthafen Kołobrzeg/Polen, den wir schon von 2012 kennen. Auch hier fühlen wir uns wohl und können schon am nächsten Tag zu einem freien Liegeplatz im eigentlichem Yachthafen verholen. Am Ankunftstag (ein Samstag) war es draußen an der Pier bis spät in der Nacht doch recht laut, da die Lautsprecher der Livebands, die aus dem Biergarten (dem Innenhof der Morast-Redoute) genau in unsere Richtung ausgerichtet sind. 
Sommertörn 2014 - 3
"Der Balkon zum Meer" Eingang zum Nationalpark Zentrum Der Königsstuhl Der Königsstuhl von der Seeseite