Sommertörn 2017
zurück Törnberichte
10.000de waren schon da und noch viele werden folgen. Gemeint ist ein Besuch oder besser eine Durchfahrt durch den Göta-Kanal. Allein im Juli jeden Jahres sollen es durch- schnittlich 3000 Durchfahrten von Sportbootenj geben. Alle, die schon einmal durch sind gaben an, dass es ihnen gut gefallen hat und waren eigentlich mehr oder weniger begeistert. Somit gab es keinen Grund es nicht auch einmal selbst in Angriff zu nehmen. Ok, viele Schleusen sind zu erwarten um die fast 100 m Höhenmeter zum NN zu überwinden. Um genau zu sein sind es allein im Göta-Kanal deren 58 an der Zahl. Hinzu kommen noch sechs riesige Schleusen des Trollhattan-Kanals, bei denen ein noch viel größerer Hub  (bis zu 9/10 m auf einmal) zu überwinden ist. Wer also davon ausgegangen ist, dass der Göta-Kanal von „Göteborg“ (im Skagerrak/Kattegat)  bis nach „Mem“ auf der Stockholmer Seite von Schweden führt, der irrt. Denn der hier angesprochene Göta-Kanal beginnt/endet am Vänernsee (ein riesiger Binnensee) mit dem Ort „Sjötorp“ . Dann wäre die Frage zu klären, in welcher Richtung fährt man? Von West nach Ost oder doch lieber von Ost nach West? Wir entscheiden uns für die letztere Richtung, Also von Ost nach West. Der Grund ist der „Vänern“,ein riesiger Binnensee im Herzen von Schweden. Er ist mit 5.519 km² mehr als 10 Mal so groß wie der Bodensee und der Abfluss  dieses Sees erfolgt über den „Trollhattan-Kanal“ nach Göteborg. Klar kann man auch andersherum, muss dann aber eine Gegenströmung mit Streckenweise  etwa 1,5 kn in Kauf nehmen und halt gegen diese Anmotoren.  In umgekehr- ter Richtung hilft der Schiebestrom und sorgt für eine höhere  FüG. Außerdem gibt es noch einen weiteren Grund für diese Richtung. Denn wer von deutschen Küsten nach Osten  startet, kann meist mit westlichen bis nordwestlichen Winden rechnen und kommt i.d.R. gut voran. Umgekehrt wird es schon schwieriger! Die Größe des Vänern möchte ich mit der westlichen Ostsee vergleichen. Dort kann man vom deutschen Festland  nicht mal ansatzweise das andere Ufer (von Dänemark) sehen. Bei diesem See ist es genauso. Nur ist das Land rund herum das gleiche, nämlich Schweden. Nach 2 Tagen ohne Wind starten wir am 08. Juli von Fehmarn und segeln vorbei an Gedser bis nach „Klintholm“ (DK). Von dort  weiter bis „Ystad“ (S). Auch hier begrüßen uns schon wie zuvor  unsere Freunde aus der Heimat, die die gleiche Strecke wie wir, allerdings mit dem Wohnmobil zurücklegen wollen. Dass wir aber nun schon zum 2 Mal zum Fischessen im WoMo eingeladen werden,überrascht uns schon. Es war reichlich und wirklich lecker. Im nächsten Hafen muss ich leider Wasser in der Bilge zur Kenntnis nehmen. Hier in „Simrishamn“  stellt sich heraus, dass unsere Wasserpumpe für die Versorgung der 4 Zapfstellen an Bord undicht geworden ist. Sicherlich hatten wir das kaum hörbare sporadische Anlaufen der Pumpe zur Kenntnis genommen, auch wenn kein Wasser entnommen wurde. Dies aber auf eine nicht mehr 100%ige Funktion des Rückschlagventils als Ursache vermutet und die Pumpe halt beim Segeln und in der Nacht ausgeschaltet. Nun aber war klar, es lag nicht an dem oder den Rückschlagventil-en. Die Pumpe war schlicht und ergreifend undicht geworden. Ein Reparaturversuch brachte leider keine Besserung. Nun ja, solche Pumpen gibt es nicht überall, sind sie doch schon sehr speziell. Bestenfalls sind sie in einer großen Marina mit entsprechender Infrastruktur erhältlich. Aber nicht in unserem nächsten Hafen „Utklippan“! Hier gibt es eigentlich gar nichts, außer der Möglichkeit zum Festmachen und zum Übernachten. Strom ja, aber leider auf der anderen Seite. So wurde die Crew unserer „Begleityacht auf 4 Rädern” (Heide & Wolfgang) gebeten, bei der Fahrt zum nächsten Hafen über „Karlskrona“ zu fahren um dort vielleicht eine solche Pumpe zu beschaffen. So war es dann auch. Nicht genau die gleiche, aber eine ähnliche Pumpe konnte dort gekauft und zum nächsten Treffpunkt in „Kalmar“ mitgebracht werden. Nach mehreren weiteren Häfen (Oskarshamn-Ernemar /  Solbergsudde / Fyrudden) erreichen wir 4 Tage später  „Mem“, die Eingangsschleuse zum „Göte-Kanal. Hier muss auch das Entgelt für die Passage bis zum Vänern  (Sjötorp) bezahlt werden. Mit dieser Gebühr wird auch gleichzeitig die Nutzung des „Trollhättan-Kanal“ fällig. Insgesamt sind das für die Tauranga genau 9684 SEK (schwedische Kronen) - umgerechnet über 1000,- Euro! Direkt neben dem Anleger befindet sich ein Wohnmobil-Stellplatz und eine Wiese, auf der wir eine leichte Wuling im Bergeschlauch unseres Genackers beseitigen können. Gut dass wir mit den zusätzlich anpackenden Händen vom Wolfgang unterstützt werden, denn dieses leichte Vorwindsegel ist mit 166 m² neben dem Spinnacker das größte Segel an Bord. Das ist schon eine Menge Tuch! Und das muss auch wieder rein in den Bergeschlauch. Vorzugsweise natürlich, ohne dass dieses wieder in Konfrontation mit den Reffleinen im Inneren des langen Schlauches  gerät. Am nächsten Morgen geht es los. Zum ersten Mal Göta-Kanal mit der ersten Schleuse motoren wir mit der max. zulässigen Geschwindigkeit von 5 kn bis zum ersten Ort „Söderköping“. Ja, dieses „Söderköping“ wird für uns in bleibender Erinnerung bleiben. Nicht nur weil es eine schöne Stadt ist, sondern weil sich hier direkt am Kanal Schwedens bekann- testes Eiscafe befindet. Wer hätte das gedacht. Es erinnert mich an Restaurants in der früheren DDR, bei denen man am Eingang warten musste, bis man vom Personal nicht nur einen freien Tisch zugewiesen bekam, sondern auch einen, an dem auch bedient wurde. Tatsächlich ist es hier ähnlich, - mit einem Unterschied. Die Menschen warten tatsächlich geduldig in der bis zu 50 m langen Doppelschlange vor dem Eingang, bis ein Tisch frei wird. Wow! Wo kommt diese Menschenmenge nur her? Offenbar hat sich die Qualität der kalten Köstlichkeiten in ganz Schweden herumgesprochen und jeder, aber auch wirklich jeder der einmal zum Göta-Kanal kommt macht hier Station. Irgendwie haben die Schweden eine andere (ruhigere) Mentalität als die Deutschen. Man merkt es auch im Straßenverkehr. Da wir doch öfter auch mit dem WoMo unterwegs sind, fällt auf, wie gelassen und ruhig hier in diesem nordischen Land gefahren wird. Da muss man sich als Deutscher erst einmal daran gewöhnen, wo doch meist alles sehr viel hektischer abläuft . geht bald weiter . . .
Der Anleger vor der ersten Schleuse Unsere erste Schleuse zum Göta-Kanal in Mem Eines der bekannten Fahrgastschiffe, die "Wilhelm Thamm" Hinweise zur Schleuse Monument am Eingang des Göta-Kanals Hafen von Utklippan Der Glockenturm von Söderköping