weiter
    Sommertörn 2019 - 1
Der diesjährige Sommertörn beginnt wie immer auf der Autobahn, genauer gesagt auf der A7. Da nach unseren Erfahrungen Sonntag´s bekanntlich ein Fahrverbot für Lkw´s existiert, werden diese Tage gern zum Einrichten von Tagesbaustellen genutzt. Da heißt es dann leider sehr oft, von 3 auf 2 und letztlich nur auf einen Fahrstreifen. Kilometerlange Staus sind vorprogrammiert. Wir beschließen deshalb schon am Samstag zu fahren. Wir haben einfach keine Lust auf Stress durch Stau. Aber an diesem Samstag war alles anders. Vollsperrung der Autobahn ab Salzgitter, wow! Nach 3 Stunden Fahrt sind wir normalerweise in Hamburg, diesmal gerade in Hildesheim. Nicht an der BAB-Anschlussstelle, sondern in der Stadt selbst. Es sollte also noch eine weile dauern, endlich wieder auf der Autobahn anzukommen. Um es kurz zu machen, es wird die längste Fahrt nach Fehmarn, die wir je gemacht haben. Am Ende waren es 6 ½ Stunden! In Fehmarn angekommen, hieß es nicht zuletzt: Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen. Was da für eine etwa 3 Monate dauernde Reise zusammen kommt ist unglaublich. Allein die „Software“! Auch mussten noch die Segel gesetzt werden. Erst die Genua und am nächsten Tag das Groß. Macht schon eine menge Arbeit bis alles so ist wie es sein soll. Auch müssen die Segellatten im Groß eingeführt und getrimmt werden. Außerdem hatte die Buglaterne ihre Funktion aufgegeben und musste erneuert werden. Eigentlich eine Kleinigkeit, dauert aber wie immer viel länger als man vermutet. Mehrmals besichtigen wir die neugestaltete Hafenpromenade von Burgtiefe (die kaum wieder zu erkennen ist) von vorn bis hinten. Jede Menge Sand wurde aufgeschüttet (stammt aus der Ausbaggerung der Fahrrinne nach Burgstaaken) und mit Schilf stabilisiert, damit ihn der Wind nicht wieder davon bläst. Auch wurden tolle Anpflanzungen angelegt, die dem Hafen ein völlig neues Ambiente verleihen. Last but not least, wurden 2 (neue) Wagen aufgestellt, die den Badewagen des frühen letzten Jahrhunderts nachempfunden sind.                                                                                     Allerdings ist die Funktion jetzt eine völlig andere.                                                                                     Statt zum Umkleiden der früheren weiblichem                                                                                     Elite beherbergen sie jetzt eine Sauna und im andern                                                                                     Wagen einen Ruheraum.                                                                                     Ja doch, da hat die Kommune Fehmarn einige Millionen                                                                                     in die Hand genommen um hier eine nachhaltige                                                                                     Verschönerung des Yachthafens in Auftrag gegeben.                                                                                     Ich finde es einfach toll. Nachteil: Es wird vermutlich nicht lange dauern, bis die Liegegebühren erhöht werden. Am 20. Juni ist es endlich so weit; wir legen am späten Vormittag bei mäßigem Wind ab und treiben mit ca. 3,5 kn am Südstand vorbei in Richtung Gedser. Gehofft hatten wir eigentlich bis nach Klintholm auf der dänischen Insel Mön in einem Rutsch durchsegeln zu können. Aber bei dem bisschen Wind und der geringen Geschwindigkeit müssen wir wohl mit dem Erreichen von Gedser (an der Südspitze von Falster) zufrieden sein. Je weiter wir uns allerdings dieser Südspitze nähern, die so etwas wie ein Kap darstellt, nimmt der Wind langsam aber stetig zu. Mit ihm werden wir auch immer schneller und sind früher da als gedacht vor der Hafeneinfahrt. Überschlägig hochgerechnet, vorausgesetzt der Wind bleibt so, könnten wir doch noch Klintholm erreichen. Am 20. Juni ist es ja lange hell, da kämen wir selbst um 22.00 Uhr noch bei Tageslicht an. Eine kurze Rücksprache mit der Crew ergab grünes Licht. Die bereits eingerollte Genua wird wieder ausgerollt und Kurs auf die rote Tonne (Trindelen) unter Land abgesetzt. Von dort, GPS sei Dank, wird der Zielpunkt vor die Hafeneinfahrt von Klintholm per Click am Plotter markiert. Um es kurz zu machen, der Wind nimmt noch weiter zu und beschert uns Rauschefahrt bis 10 kn. Ich muss den Autopilot ausschalten und selbst die Strecke steuern. Denn ihm gegenüber habe ich den Vorteil, dass ich die durchlaufenden Wellen schon vorzeitig aussteuern kann, was der Autopilot eben nicht kann. Er macht seine Sache wirklich gut (meist viel besser als ich), aber erst, wenn das Schiff nicht mehr auf dem vorgegebenen Kurs läuft. Erst dann fängt er an einzugreifen und gegenzusteuern. Und genau das kann ich unter den gegebenen Umständen eben dann doch besser. Es ist kaum zu glauben, aber lt. Logbuch sind wir an diesem Tag um 20:40 Uhr vor Klintholm, bergen die Segel und sind um genau 21:00 Uhr fest! Ein herrlicher erster Segeltag in 2019 auf See. Besser geht gar nicht!
Die neuen "Badewagen" zw. Steg 1 und 2 Der neu entstandene Spielplatz - ein Eldorado für die Kitts