Fortsetzung Törnberichte zurück 17.
Mal sehen wohin uns der Wind heute bringt. Von der Jovel wurden mehrere Vorschläge für einen möglichen Zielhafen gemacht, die man am heutigen 31.07.2012 ansteuern könnte. Meine Vorstellung war, erst einmal weiter nach Norden und sehen wie sich die Windverhältnisse entwickeln. Läuft es gut, wird halt Strecke gesegelt. Läuft es nicht so gut, wird halt ein Hafen ausgewählt, der gut zu erreichen ist. Auf jeden Fall steht ein Besuch von Riga auf der Wunschliste. Egal, ob über den Umweg eines estnischen Hafens oder doch wieder ein lettischer. An der NW-lichen Huck von Lettland schwenken wir auf jedenfalls erst einmal in Richtung Nordost. Es läuft recht gut, wir kommen gut voran. Die Anfrage über UKW von der zurückliegenden Jovel wohin wir nun fahren, wurde mit einem klaren "Roja" beantwortet. Da dieser Hafen offenbar doch nicht unbedingt als heutiger Zielhafen für die Jovel infrage kam, war eine gewisse Enttäuschung sogar über Funk wahrzunehmen. Trotzdem folgte man der Taurange auf ihrem Weg zum Cap Kolka, welches einschließlich einer vorgelagerten Untiefe und dem weit draußen stehendem Leuchtturm umrundet werden musste. Ähnlich wie bei Gedser (Südspitze von Falster - DK) gibt es auch hier einen Cap-Effekt; d.h. der Wind nimmt weiter zu. Sicherheitshalber wird die Genua verkleinert und statt einer Halse wird eine Q-Wende gefahren.  Der neue Kurs nach Roja liegt an und kann gut gesegelt werden. Nach 67 sm sind wir um 18.20 Uhr an der Steganlage am Ende des Hafens, kurz vor der Brücke fest. In Roja gibt es eine kleine Überraschung. Trotz längerem Törn an diesem Tag wird die Crew der Tauranga vom Franz zum Dinner in das nahe- gelegene Hotel-Roja eingeladen. Der Grund ist dieser 31.07.2012, der für Franz den letzten Tag seines Berufsleben darstellte und er in den wohlverdienten Ruhestand wechselt. Herzlichen Glückwunsch Franz und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel für deine weitere seglerische Zukunft. Mögen noch viele Meilen und tolle Erlebnisse vor dir liegen. Nach Roja folgt Mērsrags, ein Katzensprung von knapp 19 sm.  Wenn wir allein unterwegs gewesen wären, hätten wir die knapp 60 sm an diesem Tag durchgesegelt und in Riga festgemacht. So aber sind wir nun in diesem kleinem Ort, dessen wirtschaftlicher Fokus auf den Export von Holz gerichtet ist. Da das Wetter mitspielt und wir schon am frühen Nachmittag fest sind, obwohl wir erst gg. Mittag in Roja ablegten, wird mal wieder der Grill von der Jovel angeheizt.        
Lighthouse Kolka Roja Steganlage Roja Steganlage von Mērsrags