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Am 26. 07. 2012 wird die Drehbrücke pünktlich um 09.00 Uhr geöffnet. Die Jovel, die Tauranga und einige andere Yachten verlassen den sicheren und ruhigen Old Castle Port Yachthafen. Noch ist kein Wind spürbar. Wir sind allerdings auch noch weit im Hafeninneren und hoffen auf mehr Wind vor der Küste.  Leider müssen wir nach dem Verlassen des recht großen Hafens doch erst noch ein Stück nach Norden motoren um dann endlich um 13.30 Uhr alle Segel zu setzen. Gegen 17.00 Uhr ist Schluss mit Wind, der Jockel muss helfen. Mit der Einfahrt in den riesigen Hafen von Liepāja (deutsch Libau) / Lettland muss ich erkennen, dass ich mir genau so einen Stützpunkt der Roten Armee vorgestellt hatte.  Selbst atomgetriebene U-Boote sollen hier stationiert gewesen sein. Beim Verlassen von Lettland hatten die Russen im Hafen noch etliche Schiffe als "Andenken" den Letten hinterlassen und im Hafen versenkt. Noch heute sollen der eine und andere Strandabschnitt wegen radioaktiver Strahlung gesperrt sein. Hier in der Einfahrt erschien die Zeit vor Jahrzehnten stehen geblieben zu sein. Erst weiter hinten, kurz vor der ersten Brücke über den Fluss ändert sich das Bild. Hier gibt es ein großes Hotel und eine Anlegestelle für Sportboote. Da wurde festgemacht. Wir sind zum ersten Mal in Lettland. Die erforderlichen Devisen spuckt ein Geldausgabeautomat gleich hinter der nächsten Hausecke aus. Es gibt gepflegte Sanitäranlagen, Wasser und Strom an der Anlegestelle und sogar WLan vom Hotel. Auch eine Tankstelle soll in der Nähe sein. Wir bleiben noch den nächsten Tag zur Stadtbesichtigung, zum Einkaufen und zum Tanken mit dem Kanister an der Autotanke in ca. 500 m Entfernung. Auch wird der Bordgrill der Jovel angefeuert. Alles ist gut. Rock 'n' Roll in Liepāja. In Liepāja gibt es eine Besonderheit. Für die Touristen wurde ein “Spaziergang nach Noten” eingerichtet. Diese Noten befinden sich fest mit dem Gehweg verankert fast überall in der Stadt. Wenn man ihnen folgt, wird man automatisch zu den Sehenswürdigkeiten geführt. Zu sehen war natürlich die evangelische Dreifaltigkeitskathedrale mit ihren imposanten Zwiebeltürmen und einer beeindruckenden Orgel. Mit mehr als 7000 Pfeifen, 131 Registern und 4 Manualen war sie einst die größte der Welt. Es dauert dann auch nicht lange und man kommt an einen Platz, der die Verbindung zu den im Boden eingelassenen Noten erahnen lässt. Denn Liepāja ist in Lettland als Hauptstadt der Rockmusik und als eine Stadt mit besonders kreativer Atmosphäre für Musiker und Künstler bekannt.
14. Hafeneinfahrt Lipaja/Lettland