Fortsetzung Törnberichte zurück
Bevor wir am nächsten Morgen den Yh von Łeba verlassen, wird erst einmal die dortige Tanke angelaufen. Da es sich um eine kombinierte Tankstation handelt, also Boote von der einen und Kraftfahrzeuge von der anderen Seite, vermindert sich die Gefahr, dass man Dieselkraft- stoff mit einem erhöhtem Wasseranteil oder sonstigen Verunreinigungen in die Tanks bekommt. Beides kann zu Störungen und letztlich zum Ausfall der Maschine führen. Genau das ist auch der Grund, warum die Tauranga von Anfang an nur von der Autotankstelle per Kanister betankt wurde. Das ist zwar mühsam, bringt aber ein viel besseres Bauchgefühl. Denn durch die häufige Nutzung dieser Autotankstellen und das Vorhandensein von  unterirdischen Tanks und den damit einhergehenden geringen Temperaturschwankungen und somit zwangsläufig geringeren Kondeswasser- bildung spricht vieles für die Autotanke. Natürlich verspreche ich mir von diesen Autotankstellen durch kürzere Befüllungsabstände mit frischen Kraftstoff und sicherlich auch öfter durchgeführte Tankreinigungen einen hochwertigeren Kraftstoff. Bei den meist privat geführten Wassertankstellen werden immer nur wenige Liter von den Segelbooten getankt, was nur einen geringen Durchsatz der fast immer oberirdisch gelagerten Tanks zur Folge hat. Und ob diese Tanks dann noch regelmäßig gereinigt werden, wage ich zu bezweifeln. Ein erhöhter Wasseranteil im Kraftstoff hätte zu Folge, dass sich über kurz oder lang tatsächlich Algen bilden, welche hauptsächlich das Vorfilter  der Kraftstoffleitung zusetzen können. Um das zu verhindern wird von vielen Yachteignern ein Dieseladditiv zugegeben, welches die Bildung von Mikroorganismen und in deren Folge auch Ablagerungen von Bioschlamm am Tankboden verhindern soll. Auch von mir wird das bewährte Grotamar 71 zugegeben. Immer! So gab es auch noch nie einen Ausfall des eingebauten Volvo-Penta´s. Man mag auch gar nicht daran denken was passiert, wenn in einem ungünstigen Moment die Maschine ausfällt und das Boot bei auflandigem Wind  beim Einlaufen in einen Hafen im engen Fahrwasser unweigerlich auf die Leemole treibt. Einen Ersatzmotor hat man nicht dabei und auf die Schnelle die Segel setzen und sich Freikreuzen, bzw. den Anker werfen, das gehört schon mal zu den Tipps, die gern bei der Vorbereitung zu einem Segelführerschein vermittelt werden, sind aber in der Praxis kaum anwendbar. Bezüglich des schnellen Ankerwerfens sei noch erwähnt, dass diese „Grundeisen“ bei modernen Yachten nicht ständig in einem Bugbeschlag gefahren werden, sondern durch einen genialen Schwenkmechanismus bei Nichtgebrauch unter Deck im Ankerkasten verschwindet. Bis dieser „Anker klar zum Fallen“ ist, vergehen mehrere Minuten. In der Zeit hat man längst Kontakt mit der Mole oder was auch immer. Eine Gefahr für das Schiff, unter Umständen auch für die Crew, ist dann quasi vorprogrammiert. Auch die Tauranga hat einen solchen aufwändigen Mechanismus, der mittels einer sehr starken Gasfeder das Ausschwenken des Ankers erleichtert. So wird durch den regelmäßigen Austausch der Dieselfilter und der Zugabe eines Additivs immer alles getan, um die Gefahr eines Ausfalls der Antriebsmaschine auf jeden Fall zu minimieren
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