Fortsetzung Törnberichte zurück
Am nächsten Morgen legen wir erst um 10.15 Uhr ab. Bis zum nächsten Hafen Łeba sind es noch nicht einmal 30 sm. Da kann man es ruhiger angehen lassen und natürlich sind wir wieder nur mit der Genua unterwegs. Beeindruckend diese riesigen Wanderdünen, die auch von See gut zu sehen sind. Auch Łeba ist wieder eine Flussmündung. Der Yachthafen liegt an Steuerbord und bietet alles was man als Segler vorzufinden wünscht. Und, eigentlich muss man es für einen polnischen Hafen gar nicht mehr erwähnen, jede Menge Piratenschiffe! Hier fahren alle am Yachthafen vorbei. Sollte man mal eines nicht gleich gesehen haben, dann ist es jedenfalls nicht zu überhören. Im Bootshafen gibt es freie Plätze an mehreren Schwimmstegen. Da aber der Westwind dwars zu den Liegeplätzen bläst, entschließe ich mich stressfrei längs an der Außenmole festzumachen. Mit etlichen Fendern bewehrt, wird der Druck auf die Bordwand soweit minimiert, dass keine Gefahr für das Boot besteht. Strom gibt es auch. Aber keine der sonst üblichen blauen CEE-Steckdosen, sondern Anschlussdosen für Schuckostecker. Da auf der Tauranga ein ganzes Sortiment an Adaptern für alle mögliche Übergänge vorhanden ist, wird das entsprechende Übergangsstück auf unseren Landanschluss gesteckt und die Verbindung zur Schukosteckdose hergestellt.   Aber, -leider keine freie Steckdose! Also nochmals an Bord und den Aufbewahrungsbehälter für Elektroanschlüsse inspizieren. Na klar, da war doch dieser Anschluss, aus dessen Stecker zwei Kabel herausragen und an deren Enden je eine zugehörige Steckdose montiert war. Ein Überbleibsel der Symphonie, unserem Boot aus den 80er Jahren. Ich nehme für kurze Zeit den Bordanschluss der nächstgelegenen Yacht heraus um unseren Doppelanschluss dazwischen zu stecken. Der gerade abgenommenen Landanschluss der fremden Yacht wird an unserem Zwillingskabel einsteckt. Das geht auch tadellos, aber unser Stecker will nicht in die Dose. Erst jetzt sehe ich, dass diese länderspezifische Steckdose doch nicht 100% mit den in D verbreiteten Steckdosen übereinstimmt. Denn in dieser Dose gibt es einen Pin, der den Potentialausgleichs über den Stecker auf das Kabel überträgt und dieser Pin gehört eigentlich in eine entsprechende Bohrung im Stecker. Unser 30 Jahre alte Stecker hat aber keine solche Bohrung. Nun sehe ich mir den Stecker der anderen Yacht an, aha – auch kein Loch. Es folgt nochmals ein Blick auf den Pin - der zweifellos im Weg ist. Es sieht so aus, als ob der nicht mehr ganz gerade steht. Ich merke, dass ein leichter Druck ausreicht um ihn zur Seite zu schieben. So also wurde das Problem auch von der Nachbaryacht gelöst. Ich schiebe nun auch den Pin zur Seite und kann endlich unseren Stecker mit den Zwillingsanschlüssen einstecken. Alles ist OK. Wir haben Strom und können unsere Bordbatterien aufladen!
9.