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7. Ich denke aber auch daran, dass ich am nächsten Tag die Tauranga aus diesem „Mauseloch“ rückwärts wieder heraus dirigieren muss, ent- gegen des Radeffektes des Propellers. Bei Wind wird das nahezu unmöglich! Hoffentlich geht das gut. Um es kurz zu machen, wir bleiben länger als geplant, weil wir uns nicht wieder bei 35 kn Wind durch die Ostsee kämpfen wollten. Denn genau das prophezeite uns die Windvorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Somit haben wir genügend Zeit das Sol- und Kurbad Kołobrzeg näher kennen zu lernen. An der Strandpromenade ist viel Betrieb und was uns auffällt, hier sind viele Eltern mit reichlich Kindern unterwegs. Kinder, die man Zuhause in Deutschland immer weniger sieht.                                                               Mit 15,- Euro am Tag war die Liegegebühr für unser Boot preiswerter als in heimischen Gestaden. Noch deutlich billiger wurde es, als wir uns mit den örtlichen Devisen versorgt hatten und unsere Platz in Zloty bezahlen konnten. Auch hatte ich mit Franz über meine Sorge bzgl. des Ablegens aus dieser misslichen Lage bei dem auflandigen Wind aus West gesprochen und ihn gebeten, die Tauranga je nach Windsituation beim Ablegen mit einer Trosse von Heck zu Heck aus die hinterste Ecke des Hafens rückwärts herauszuziehen. Zumindest so weit, bis ich durch etwas Fahrtaufnahme und dem dann wieder angeströmten Ruderblatt steuern konnte. Das geht auch bei Rückwärtsfahrt recht gut, aber nur wenn man Fahrt im Schiff hat. Zu bedenken ist außerdem, dass wir nur zu Zweit an Bord sind und nicht auf viele Hände zurückgreifen können, wie es beispielsweise bei Charteryachten der Fall ist. Erst am 3. Tag werfen wir um 09.00 Uhr die Leinen los und verlassen Kolberg. Gut dass die hinter uns liegende Motoryacht aus Hamburg schon abgelegt hatte und wir uns zu diesen nun freien Liegeplatz verholen konnten. Somit war der Radeffekt des Propellers kein Thema mehr, da dieser sich hauptsächlich bei Rückwärtsfahrt bemerkbar macht. Nun aber konnten wir vorwärts ablegen, unterstützt durch das Bugstrahlruder nun auch bei Wind keine echte Herausforderung mehr. Und das war gut so. Wir verlassen die hinterste Ecke des Yachthafens und freuen uns auf den nächsten Hafen Ustka.
Piratenschiff in Kolberg Im Yh. Kolberg - ober rechts der Eingang zur ehemaligen Burg Neuer Yh von Kolberg die hinter uns liegende Motoryacht aus Hamburg nach dem Ablegen der MY konnten wir uns auf der Liegeplatz verholen Beim Auslaufen sehen wir ein weiteres Piratenschiff in Kolberg