Fortsetzung Törnberichte
6. Und der Sand? Der ist natürlich immer noch da, so fein wie eh und je. Das einzige was sich verändert hat in den letzten drei Jahrzehnten sind die Kioske und Imbissstände am Zugang zum Strand. Die gab es damals nicht bzw. sind nicht in Erinnerung geblieben. Außerdem wurde der Weg zum Strand mit Holzstegen aufgepeppt, so dass man auch mit normalen Straßenschuhen durch die Dünen bis kurz vor den Strand kommen kann, fast wie auf Sylt. Zurück nach Rönne geht die letzte abschließende Busfahrt noch einmal mit der Linie 7.  Nur noch 7 Stationen und wir steigen an der Halte- stelle am Hafen aus. Um 09.00 Uhr am darauffolgenden Montag legen wir ab um endlich unseren Weg nach Osten fortzusetzen. Nach dem Passieren mehrerer Untiefen westlich von Bornholm gehen wir nur mit dem Vorsegel auf Kurs 146. Wir haben immer noch reichlich Wind und es sollte noch deutlich mehr werden. Im Logbuch vom 16.07.2012 ist bei 15:00 Uhr nachzulesen:  „WSW 8, Seegang 6/7”! Schon lange war die Genua auf Taschentuchgröße eingerollt. Die Jovel hatte längst ihr zunächst gesetztes Großsegel geborgen. Anita sieht zum ersten Mal, dass auch die Ostsee ordentliche Wellenberge aufbauen kann. Die Befürchtung, dass der Wetterbericht mit seiner Wind- vorhersage für diesen Tag noch weiter daneben liegen könnte und es u.U. noch mehr Wind und eine noch höhere See geben könnte, bestätigt sich nicht. Der Wind ließ etwas nach und flaute gg. 18:00 Uhr bis auf 5 Bft. ab. Ordentliche Wellen vor der polnischen Küste waren trotzdem vorhanden. So waren auf dem gerade auslaufendem „Piratenschiff“ auch nur wenige zahlende „Piraten“ an Bord und Anita ist froh, endlich im Schutz der Außenmolen von Kolberg in ruhigeres Wasser zu kommen. Wir sind zum ersten Mal in Polen! Noch mehr Piratenschiffe liegen linker Hand an der Pier und warten auf Gäste. Wir lassen die Jovel passieren und voraus fahren. Franz und Anette waren schon öfter hier! Zielstrebig fahren sie immer weiter in den Hafen hinein, der hier auch gleichzeitig Flußmündung ist. Dann noch einmal nach Bb abbiegen und noch ein Stück weiter. Als ich meine es geht nicht mehr weiter und an einer etwa gleich großen finnischen Yacht festmachen will, geht plötzlich nichts mehr. Wir sitzen fest! Offenbar hatte der Finne einen geringeren Tiefgang. Da die „Auflaufgeschwindigkeit“ sehr gering war, kommen wir ohne Probleme aus eigener Kraft wieder frei. Franz gibt mir ein Zeichen, noch weiter hinter ihm her zu fahren. Erst da sehe ich die Steganlage des neuen Yachthafens an der die Jovel gerade festmacht.  Es ist erstaunlich. Draußen vor der Küste reichlich Wind und Welle und hier drin, abgedeckt durch eine Reihe hochgewachsener Bäume, ist nur wenig davon zu spüren. So gelingt es mir in der Nähe der Jovel einen freien Liegeplatz auszumachen und dort sogar rückwärts hinein zu fahren. Anette nimmt die Heckleinen an. Das rückwärtige Anlegen hat den Vorteil, dass man bei dem offenem Heck der Yacht leicht auf den Steg umsteigen kann. Fährt man vorwärts hinein, ist der Höhenunterschied vom Bug zum niedrigen Schwimmsteg doch beachtlich. Wir sind noch nicht richtig fest, da kommt der Hafenmeister und gibt an, dass wir da nicht bleiben können. Die Tauranga wäre zu groß für diesen Liegeplatz. Er dirigiert uns noch weiter bis ans Ende des Yachthafens, wo es wirklich nicht mehr weiter geht. Jetzt aber sind wir fest; in der hintersten Ecke! Erst jetzt sehe ich auch, dass die anderen Yachten hier doch etwas kleiner sind und die ggü. der Tauranga 1,70 m kürzere Jovel weit in das Fahrwasser hineinreicht und andere Yachten gerade noch daran vorbeikommen können. Deshalb mussten wir da wieder weg. Zu Recht, wie ich erst jetzt erkennen kann.
Busfahrt nach Allinge Leuchtturm Dueodde, an der Südspitze von Bornhom Die Eingangstür zum Leuchtturm (leider verschlossen) zurück