Fortsetzung Törnberichte
3. Die Insel oder auch das Festland wirkt dann wie die Tragfläche eines Flugzeugs und beschleunigt den vorhandenen Wind recht deutlich. (Erinnerungen an die Insel „Canouan“, zwischen  Mayreau und Bequia in der Karbik gelegen, wurden wach. In dieser Bucht auf der West- seite der Insel wird der Passatwind enorm beschleunigt und erreicht u.U. Sturmstärke auf der Leeseite. Bei uns riss eine 20 mm Trosse, mit der wir an einer der ausgelegten Tonnen festgemacht hatten. Trotz wenig Welle beginnt das Boot zu schwojen und nimmt immer ein wenig Fahrt auf. Dabei ist es dann passiert. Glücklicherweise war die gesamte Crew an Bord und bemerke das Abreißen sofort). Zuvor hatte uns an diesem Tag auf dem Weg nach Glowe, genauer gesagt zwischen Hiddensee und Cap Arcona, auf Kanal 16 der Ruf der Jovel über UKW erreicht. Es funktionierte trotz der Distanz sogar direkt von Schiff zu Schiff auf Kanal 72! Franz wollte wissen, ob wir unterwegs sind und wann mit unserem Eintreffen zu rechnen sei?  Offenbar wartete die Jovel in Glowe auf uns, war nicht weitergefahren.  Da fragt man sich natürlich, warum musste er am Vortag unbedingt ablegen und, wie sich später herausstellte, die gesamte Strecke, also mehr als 11 Stunden motoren? Während er heute, bei diesem guten Segelwind im Hafen bleibt und nicht nach Bornholm weiterfährt! Nun, - man muss nicht alles verstehen und ich habe auch nicht weiter nachgefragt. Schließlich sind es unsere befreundeten Stegnachbarn! Neben dem Anruf der Jovel gab es noch etwas zu berichten. Für einige Meilen konnte ich den Schleppgenerator ins Wasser lassen und den Propeller beobachten. Da dauerte es auch nicht lange, bis uns ein Schweinswal folgte und sehr schnell näher kam. Die ungewohnten Geräusche des rotierenden Propellers ohne die sonst üblichen Motorengeräusche weckten offenbar sein Interesse. Er kam bis auf einen halben Meter an den Schleppgenerator heran und, er wird doch wohl nicht . . . Nein, - der Prop passte wohl doch nicht in sein Beuteschema. Gut für ihn und gut für den Propeller. Schade nur, dass wir so schnell keine Kamera zur Hand hatten. Wäre ein tolles Foto geworden, wie er mehr auf der Seite liegend den Geräuscheverursacher genau inspizierte. Genauso schnell wie er gekommen ist, war er auch wieder verschwunden. Aber,- er kommt noch einmal, wieder bis dicht an den Prop und wieder – keine Kamera zur Hand. Wer konnte schon damit rechnen, dass er noch ein 2. Mal vorbeischauen würde?                                                                                                                 Aber noch etwas ist erwähnenswert. Wenn man sich als Segler das Bild links ansieht dann merkt man                                                                sofort, dass da etwas nicht stimmt. Wir laufen Schmetterling platt vor dem Laken und der Großbaum ist                                                                nicht richtig ausgebaumt. Das ist nichts positives, sondern negativ für den Stand des Großsegels und                                                                negativ bzgl. der erreichbaren Geschwindigkeit! Beim weiteren Fieren der Großschot steigt der Großbaum,                                                                wird nicht duch den Baumniederholer am Aufsteigen gehindert.                                                                Was war passiert?                                                                                                                               Der hydraulische Niederholer hatte keine Funktion mehr. Obwohl der Umschalter vom Achterstagspanner                                                                auf Vang (Niederholer) umgeschaltet war, konnte ich mit dem Pumpenschwengel keinen Druck                                                                aufbauen.  Um den Stand des Hydrauliköls kontrollieren zu können, musste die Bb-Backskiste ausgeräumt                                                                werden.                                                                Als der gesamte Inhalt im Cockpit verteilt war und ein Blick in die Backskiste und den dort befindlichen                                                                Vorratstank geworfen werden konnte war die Ursache klar. Kein Öl, -der Tank war leer!                                                                Durch die übervolle Backskiste war Druck auf eine der Zuleitungen unter dem Tank gekommen und hatte                                                                diesen Anschluss abgenickt. Der gesamte Ölvorrat (ca. 1 ltr.) war ausgelaufen. Was nun?                                                                
Cap Arcona Cap Arcona Bedienteil der Hydraulik - hier ohne den eingesteckten Schwengel zurück