Bericht von der Hessenregatta 2016
1., 2., 5., 6. & 8. Das sind die Zahlen der Hessenregatta 2016 aus Sicht der HVK (Hochsee-Segler-Vgg. Kassel).           1.  Erster Platz in der Gruppe B (Charter) für die „SY  Crazy Horse“ mit der Skipper Eberhard.           2.  Zweiter Platz für die HVK beim Hessencup (nach Platzierung mit 3 teilnehmenden Yachten).           5. Fünfter Platz in der Gruppe C (Charter) für die „SY Ronja“ mit Skipper Gerhard           6. Sechster Platz in der Gruppe „F“ (Eigner) für die „SY Tauranga“ mit Skipper Horst
                                                                                                                                      Die weiteren Zahlen sind 101, 91, 82. Das sind die vom DSV (Kreuzer-Abteilung) festgelegten Yachtstickzahlen der Yachten, die unter dem Stander der HVK teilgenommenen Yachten. Na ja, nicht alle werden in dieser Liste aufgeführt. Wenn keine YS bekannt ist, wird eine vergleichbare Yacht herangezogen bzw. von vorhandenen Messbriefen die „GPH“ in „YS“ umgerechnet. Das funktioniert eigentlich ganz gut, -aber nur eigentlich. Denn wenn es nicht ganz passt gilt die Devise: „Es handelt sich bei den YS-Ein- teilungen um ein Gentlemen-System (so war es jedenfalls bei der Siegerehrung vom Regattaleiter zu vernehmen). Natürlich sind die unterschiedlichsten Yachten auch unterschiedlich schnell. So war es z.B. so, dass bei näherer Betrach- tung bei der letzten Wettfahrt mit Start vor der „Grömitz/Seebrücke“ -  „Untiefentonne Schwarzer Grund“ und der Ziellinie an der „Ansteuerungstonne „Fehmarnsund-E“  nach gerade einmal 18,1 sm so, dass die „Tauranga“ bis auf wenige Sekunden an die „Grazy Horse“ herangekommen war, obwohl sie eine Stunde nach dieser die Startlinie überquerte. Auch die „Ronja“ war noch in unmittelbarer Sichtweite, die kurz vor der „Grazy Horse“  die Ziellinie überquert hatte. Sie war 50 Min. vor der „Tauranga“ gestartet und mit YS 91 deutlich schneller als die Grazy Horse mit 101. Wer die Überschrift dieses Berichtes noch in Erinnerung hat muss feststellen, dass die Zahl „8.“ noch nicht angesprochen wurde. Denn diese „8“ erscheint erst in der Liste der Gesamtergebnisse und bedeutet nichts anderes als den 8. Platz von allen 74 teilnehmenden Yachten nach berechneter Zeit. Dieser Platzierung ist natürlich nicht zu entnehmen, dass z.B. die „Tauranga“ bei der ersten Wettfahrt nach Gedser zu den beiden Yachten gehörte, die als einzige die gesegelte Zeit von 4 Stunden unterschritten und von den beiden die schnellere war. (der Vollständigkeit halber sei mitgeteilt, dass die „Grazy Horse“ auf Platz 25 und die „Ronja“ auf Platz 52 im Gesamtergebnis zu finden ist). Ja, ist schon schwer zu verstehen, die Tauranga belegte in ihrer Gruppe den 6. Platz und im Gesamtergebnis den 8. Platz von allen. Wobei auffällig ist, dass die Konkurrenz-Yachten “Jonathan”, Susi Seepferdchen” und “Amaya” in der Gruppe vor der “Tauranga” sind und die Plätze 3, 4 und 5 belegen und im Gesamtergebnis hinter der “Tauranga” liegen und dabei die Plätze 9, 10 und 20 belegen! Hätte die “Tauranga” da nicht an 3. Stelle in der Gruppe liegen müssen? Nein, eher nicht! Analog zu den Angaben von Klaus Mackeprang bei der Siegerehrung am Freitagabend (27. Mai 2016) wie und auf welche Weise der langsamste Teilnehmer, also derjenige der am längsten unterwegs war, errechnet wird, sollte meiner Meinung nach auch die schnellste Yacht errechnet werden! Leider ist das zumindest in der Gruppe „F“ nicht der Fall (nur diese wurde von mir überprüft)! Da die bei den einzelnen Wett- fahrten gesegelten Zeiten bekannt sind, ist es folglich ein leichtes diese zu addieren und die Ergebnisse in aufsteigender Form den Plätzen 1 bis 10 zuzuordnen. Tatsächlich war es so, dass die „SY Susi Seepferdchen“ in der Gruppe „F“ die einzige Yacht war, die bei der Gesamtzeit aller 4 Wettfahrten unter 18:00 Stunden geblieben ist (vermutlich die einzige Yacht von allen -nach berechneter Zeit) und somit die schnellste Yacht in dieser Gruppe hätte sein müssen. M.E. hätte sie auf keinen Fall auf dem 4. Platz (wie vom Veranstalter der Regatta errechnet) landen dürfen!!! Eine völlig neue, aber doch realistische Berechnung der Ergebnisse für die Teilnehmer der Gruppe “F Niemals hätte die “Amaya” auf Platz 5 (wie vom Veranstalter errechnet) platziert werden dürfen. Hatte sie doch die Ziellinie bei der 2. Wettfahrt an der Ansteuerungstonne Grönsund E gar nicht erreicht und zuvor aufgegeben (DNF). Die hier angenommene Zeit von 12:25:11 Stunden wurde analog zur Zeit der “Laluma” (letzte gewertete Platzierung) über- nommen, obwohl die “Amaya” auf jeden Fall dahinter einzustufen ist.                                                                  (Die Ergebnisliste des Veranstalters für die Gruppe “F”)    Aber nicht nur die Situation der “Amaya” soll hier erörtert werden. Es gibt auch Ungereimtheiten beim vermeintlich 3. Platz der Jonathan! Mehrmals wurden die Gruppenlisten mit allen Teilnehmern vom Regattaleiter an die jeweiligen Skipper/Steuerleute einschließlich der zugehörigen YS-Zahlen versandt. Letztmalig am 10.05.2016! In all diesen Listen war, wie schon im letzten Jahr, die “Jonathan” mit der YS 87-1 eingetragen. Wobei die “-1” nichts anderes bedeutet, als dass von der ursprünglich vergebenen YS 87 bei den Berechnungen 1 Punkt, abgezogen wird. Dafür darf ein weiteres Leichtwindsegel (Spi/Genacker) gefahren werden, ohne dass hinterher ein Protest wg. fascher YS-Zahl eingelegt werden kann. Das hat allerdings zur Folge, dass alle Wettfahrten, auch die “Am Wind-Kurse”, mit der niedrigeren und somit ungünstigeren YS berechnet werden. Mit der Antwort auf eine Anfrage an den Regattaleiter am 01.06.2016 bzgl. der Platzierung der “Amaya” (siehe den nachfolgenden Text auszugsweise) . . . “Hallo Herr Iffland, davon ausgehend, dass das schnellste Boot nach berechneter Zeit gewinnt und das langsamste in der Liste ganz hinten steht und dafür die „Rote Laterne“ bekommt, dann müsste es doch auch so sein, dass die Yacht auf Platz 10 schneller war als diejenige auf Platz 20 usw. usw. Wenn die nun auf der HP des Veranstalters nachzulesenden Ergebnisse der Gruppen- und Gesamtergebnisse richtig sind (wovon ich ausgehe), wie kann es dann sein, dass z.B. die „SY Amaya“ im Gesamtergebnis auf Platz 20 zu finden ist und in der Gruppe “F“ auf Platz 5, während die „Tauranga“ im Gesamtergebnis auf Platz 8 und in der  Gruppe auf Platz 6 steht?” . . . wurden mir freundlicherweise die Ergebnisse aller 4 Wettfahrten zugemailt. So richtig weitergeholfen haben mir die Listen zur eigentlichen Frage und zur Aufklärung nicht wirklich. Aber etwas ganz anderes wurde erkennbar! Die zuvor angesprochene “Jonathan” war in all diesen nun zugemailten Ergebnislisten, entgegen den veröffentlichten Ergebnislisten auf der HP des Veranstalters, mit YS-Zahlen versehen!  Aber nicht mit der YS 86, sondern mit der günstigeren “87” angegeben. Wie war das nur möglich? Zumal in den vorangegangenen Listen, wie schon angegeben, immer von 87-1 (also 86) ausgegangen wurde! Es folgte eine weitere Mail an den Wettfahrtleiter (Auszug): “Hallo Herr Iffland, . . . was mir an Hand der Listen aufgefallen ist, dass die Berechnung der Jonathan mit der YS 87 erfolgt ist, obwohl sie doch laut der letzten von Ihnen zugesandten Gruppenliste vom 10.05.2016 mit 87-1, also 86 an den Start ging! (?)” In der Antwortmail wurde mir mitgeteilt, dass der Eigner der “Jonathan” gemäß den Yachtstickregeln beim Einchecken  erklärt hätte, nur ein Vorwindsegel einsetzen zu wollen. Dadurch sei der Punktabzug für die Benutzung von zwei verschiedenen Vor- segeln entfallen! Ja, das wäre eine Erklärung für die Berechnungen der einzelnen Wettfahrten mit der günstigeren YS 87! Wieder wurde eine Mail an den Regattaleiter mit folgendem Inhalt (auszugsweise) gesandt: “Hallo Herr Iffland,  das ist aber sehr schlau von Herrn M.! Gehen doch alle davon aus, dass er 2 Downwindsegel gemeldet hat und keinen Protest einlegen werden, wenn er mehrere in einer Regatta fährt. Denn keiner weiß ja, dass er die Meldung zurückgezogen hat.  Der Veranstalter behält auch alles für sich und gibt die Info nicht an andere potentielle "Konkurrenten" weiter! Legt von sich aus auch keinen Protest ein . . .!  Fein fein!   Noch nicht einmal in den Ergebnislisten ist die berechnete YS-Zahl angegeben. Keiner weiß von der Änderung und wer rechnet schon nach! (?) Alle vertrauen darauf, dass es sportlich zugeht!” Allgemeine Anmerkungen zum Verlauf der Regatta:        Am Sonntag den 22.05. startete die 1. Gruppe mit den kleineren etwas langsameren Booten pünktlich um 09.00 Uhr vor dem Südstrand        von Burgtiefe. Naja, die“ SY Majuti“, eine „Hallberg-Rassy 46“ als klein zu bezeichnen ist sicherlich nicht ganz korrekt. Zumal sie mit 46 ft.        Länge eher ans andere Ende aller teilnehmenden Yachten gehört hätte. Aber, bzgl. der erzielbaren Geschwindigkeit und der entsprechend        eingestuften YS 95, war sie offenbar doch in der richtigen Gruppe! (?)        Dass sie mit dieser YS 95 aber gleich in der ersten Wettfahrt den 1. Platz von allen belegte, war dann, zumindest für mich, schon eine        Überraschung. Sie war im direkten Vergleich mit der  Tauranga genau 25 min nach uns auf der Ziellinie und nach berechneter Zeit        13:30 min vor uns. Wir hätten also mindestens 38:30 Minuten vor ihr auf der Ziellinie sein müssen!        Am nächsten Tag (Montag) relativiert sich aber alles wieder. Bedauerlicherweise herrschten nur schwache Winde (2 bis 3 m/s), das sind       nicht mehr als 2 bis 3 Bft. aus NE angekündigt.       Warum die Regattaleitung mit der Erkenntnis des zu erwartenden schwachen Windes trotzdem von Gedser aus erst einmal nach SE in       Richtung der fast 6 sm entfernten  „Untiefentonne Trindelen“ auf dem Gedser-Riff als Bahnmarke (Spi-Kurs) segeln ließ, erschließt sich mir       nicht. Denn von dort aus ging es hoch am Wind zur Ziellinie an der FW-Tn E vom Grönsund.       Als Teilnehmer der vorletzten Gruppe hatte sich die Tauranga eigentlich weit nach vorn geschoben, obwohl sie eigentlich für richtig gute       Zeiten etwas mehr Wind braucht. In der Nähe der Ziellinie waren nicht mehr viele vor ihr. Zu den wenigen gehörte auch die „Jonathan“. In       ca. 40 m Entfernung machte sie eine Wende um dichter unter Land zu kommen und - fand tatsächlich ein leichtes Lüftchen, während die      Tauranga ihren Kurs beibehielt und damit geradewegs in ein Windloch segelte.  So ein Pech!      Man musste nun mit ansehen, wie eine nach der anderen Yacht vorbeizog und sich der Ziellinie an der Ansteuerungstonne näherte. Man hat      dann wirklich keine Chance aus diesem Flautenloch herauszukommen und könnte sich in den Allerwertesten beißen. Aber richtig!      Aber alles hilft nichts, da muss man durch! Schon schwer zu verstehen, dass es hier auf vielen Quadratkilometer freie See parzellenweise      Wind bzw. kein Wind gibt.     Trotzdem erreichten wir mit einiger Verspätung (mehr als 40 min nach der Jonathan nach berechneter Zeit) die Ziellinie (siehe Foto oben).     Das schafften allerdings (leider) nicht alle Teilnehmer.     Lediglich die „Laluma“ aus unserer Gruppe erreichte die Ziellinie, nach ~ 26 sm und über 10:18 Std. gesegelter Zeit, als 47ste. und letzte     Yacht noch die Ziellinie. Alle anderen 27 Yachten erreichten diese nicht mehr, bzw. gaben schon vorher auf und starteten den Jockel.     Von der Ansteuerungstonne aus sind noch ca. 6 sm bis zum Hafen Stubbeköbong zurückzulegen. Natürlich unter Maschine und auch nicht     gerade langsam. Alle wollen einen guten Platz im Fischereihafen und nicht im Päckchen liegen.     Dabei wäre noch sooviiiieeel Zeit gewesen, bis endlich die Grills vom Hafenmeister mit dem Stapler herangefahren und aufgestellt wurden.     Da nicht alle gleich gut angezündet waren, musste noch ein wenig nachgeholfen werden (siehe rechtes Bild).          Am nächsten Morgen sind alle rechtzeitig an der Startlinie, was im Jahr zuvor nicht der Fall war und eine Startverschiebung um eine halbe Stunde zur Folge hatte. Da hatten sich die Schiffsführer der ersten Gruppe wohl mit der Entfernung vom Hafen Stubbeköbing bis zur Ansteuerungstonne “E” (der Startlinie) gehörig verschätzt. Ist mir selbst aber Jahre zuvor auch schon so gegangen! Bei Wind aus NNE geht es natürlich unter Spi auf den Südkurs (193 Grad) zur TN. W69 der Kadett-Rinne. Um es kurz zu machen: Der Wind wird unterwegs immer weniger und die Regattaleitung  informiert über eine Bahnverkürzung. Die Tn. Trindelen auf dem Gedser-Riff soll zunächst die Ziellinie darstellen, also die Tn. die am Tag zuvor von Gedser kommend gerundet werden musste. Die Zeit verrinnt. Das Regattafeld tut sich schwer diese neue Ziellinie zu erreichen. Ein Blick auf den Plotter zeigt uns per AIS den Standort der “SY Jonathan” in sicherer Entfernung, -fast 1 1/2 sm hinter uns. Wieder eine Info der Regattaleitung; diesmal soll die Tn Trindelen bis max 14:00 Uhr erreicht sein, da von dort aus noch mind. 20 sm bis zur Einfahrt nach Warnemünde zurückzulegen sind. Wir sind im Feld gut nach vorn gekommen und stellen die ersten Hochrechnungen an. Bei den momentan herrschenden Bedingun- gen (Wind und Strömung) sind wir nach Berechnungen mit dem Tablet vom Steffen aber erst gg. ~ 14:12 Uhr an dieser Tonne. Allerdings soll dort wieder mehr Wind sein. Wir könnten es also schaffen! Aber was wird aus den anderen Yachten (85 - 95 % aller)? Sie hätten an diesem Tag gar keine Chance in die Wertung zu kommen! Dieser Umstand blieb wohl auch bei der Regattaleitung nicht unbemerkt und so kommt die nächste Info über Kanal 69 mit dem Hinweis:  “Abbruch der Regatta”! Das war es dann für diesen Tag. Sofort wurde die Maschine gestartet und der direkte Kurs, der durch das Verkehrstrennungsgebiet führte, angelegt. Da ich (wie eigentlich immer) einen Liegeplatz im “Alten Strom” bevorzuge geht es nicht gerade langsam zu Sache. Denn die Liegeplätze dort sind rar - und begehrt. Kaum in Höhe der neu angesetzten Ziellinie an der Tn Trindelen setzt tatsächlich der Wind ein, -aus der entgegengesetzten Richtung! Die Genua wird nun bei SW - Wind wieder ausgerollt und die Maschine abgestellt. Mit bis zu 8 1/2 kn geht es ab nach Warnemünde. Kaum zu glauben, dass nur wenige sm zuvor fast absolute Flaute herrschte und nun das. Komischerweise lag die “Jonathan” bei unserer Ankunft schon sicher vertäut an der “MY Grand Final”, mit unserem Regattaleiter an Bord. Wie hatte sie das nur gemacht? Überholt hatte sie uns nach dem Abbruch der Regatta und dem Starten der Maschine sicher- lich nicht. Auch unter Segel hätte sie uns kaum überholen können, da sie nur nach berechneter Zeit meist schneller ist, nicht aber in der Realität. Die Tatsache, dass beide Yachten als Heimathafen den Schriftzug “Wismar” am Heck aufweisen, generierte noch ein weiteres Frage- zeichen! Bergfest am nächsten Tag. Wie in den Jahren zuvor spielt wieder die "Summer Sun Band". Allerdings diesmal nicht im gewohnten Schuppen der Landessport- schule, sondern in der alten Lokhalle in unmittelbarer Nähe. Möglicherweise können hier alle Teilnehmer der Regatta unterkommen, es brauchen keine zusätzlichen Zelte aufgebaut werden. Auf Grund der Länge der Halle war es allerdings so, dass die Ansagen per Lautsprecher nur in der ersten Hälfte verstanden werden konnten und so wunderte es mich schon, dass unser Uwe bei der herrschenden Geräuschkulisse bei der Tombola doch tatsächlich den Aufruf seiner persönlichen Losnummer mitbekommen hatte und nun stolzer Besitzer eines Seglermessers ist. Wir freuen uns alle für ihn, schon allein deshalb, -weil er sich selbst so freut. Tatsächlich sollte in den nächsten Tagen genau dieses Messer noch öfter zum Einsatz kommen. Die schlechte Sicht der Tage zuvor (siehe Bild links - anclicken) um Warnemünde war verschwunden. Mit ihr aber auch der Wind. So motorte das Startschiff dem gesamten Feld voran in Richtung Westen in der Hoffnung etwas mehr Wind zu finden um die Regatta doch noch starten zu können. So war es dann auch. Ca. 12 sm vor der Tn. 2 des Lübeck-Gedser-Weges, die eigentlich als Wegetonne genommen und gezeitet werden sollte, wird nun die Startlinie mitten auf dem Wasser aufgebaut und in der gewohnten Reihenfolge gestartet. Wobei das Ziel wie immer die See- brücke von Grömitz sein sollte. Allerdings kommt auch an diesem Donnerstag alles ganz anders. Der Wind ist mal wieder keine verlässliche Größe. Er lässt nach und verschwindet nach dem Passieren der Tn. 2 gänzlich. Wieder hat die “Jonathan” unendliches Glück, sie lag beim erneutem Abbruch der Regatta weit abgeschlagen hinter der Tauranga und erreicht nach berechneter Zeit immer noch den 34. Platz von allen, währen die Tauranga auf Platz 6 landet. Und das bei einem Spikurs, der nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. Danke an die Crew, die unter Anleitung vom erfahrenen Steffen das Letzte aus dem Spi herausgeholt hat. Aber noch etwas anderes war auffällig. Die “Carpe Diem”, eine Hanse 430, ebenfalls eine unserer Hauptkonkurrenten gewinnt die Regatta an diesem Tag. Offenbar nicht zuletzt, weil die Crew den Spi nicht mit dem eigentlichem Fall in Höhe des Vorstag- anschlages in 7/8 bzw 9/10 Höhe, sondern den Spi vom Masttop aus fährt. Das ist so eigentlich nicht vorgesehen! Allerdings kann die Regattaleitung auf Nachfrage nach anfänglicher Unsicherheit keinen Verstoß gg. die Regularien erkennen. Das Problem dabei ist, dass auf diese Weise ein Spi gefahren werden kann, dessen SL mal eben  1 oder 1 ½ m länger sein  kann, ohne dass es auffällt.  Ein 1,5 m längeres SL bedeutet aber auch, dass sich i.d.R. auch die SMG (SWM) vergrößert und der Spi entgegen der normalen Berechnung mal eben 15 bis 20 qm mehr Segelfläche hat. Aber, YS ist ja ein “Gentleman-System”, und der Gentleman sieht darüber hinweg und - fährt hinterher! Der gebrauchte Spi der “Carpe Diem” (IRL 40) kam da wohl gerade recht. An Bord dieser professionell geführten Yacht war man sicher darüber nicht informiert, zumindest nicht offiziell   Wen es interessiert; die Berechnung der Spi-Größe erfolgt nach folgender Formel:   SL = 0,95 √ (I² + J²)  und SWM = 1,8 x J Wieder in Grömitz, wieder in einer viel zu kurze Box. Na ja, auch der Abstand der Heckpfähle zueinander fordert den Volvo-Penta nur minimal. Eigentlich brauchen wir gar keine Heckleinen auszubringen. Die Tauranga steckt fest. Hoffentlich geht es beim Heraus- fahren auch so einfach, wenn auch mit etwas mehr Drehzahl. Am nächsten Morgen tatsächlich etwas Wind, wenn auch fast aus der Richtung der Wegetonne „Schwarzer Grund“. Wie immer starten wir eine Stunde früher und die Gruppen mit den Charteryachten zuerst. Diese müssen rechtzeitig zur Mittagszeit bei ihren Charterbasen abgegeben werden. Wobei einige sogar bis Heiligenhafen müssen, weil halt dort gechartert wurde. Also eigentlich alles wie immer. Während ich in den Jahren zuvor dicht unter Land gefahren bin, der Wind war dabei halt ablandig und etwas kräftiger, steuere ich die Tauranga diesmal weiter auf See. Der Wind kommt nämlich an diesem Tag nicht ablandig, sondern eher parallel zur Küstenlinie. Ich kann die „tut-nix“ beobachten, die einen erstklassigen Start hingelegt hat und diesmal meine früheren Kurse dichter unter Land sucht und –zurück bleibt. Wir haben Glück und können uns etwas absetzen. Außerdem hat sich der Steffen mit der Bedienungsanleitung der Raymarine- Instrumente  befasst um endlich die Geheimnisse von „VMG“ zu ergründen. Tatsächlich findet er den entsprechende Passus und wir wissen Bescheid. Ich muss also für die optimale Geschwindigkeit um nach Luv zu kommen, etwas mehr Höhe laufen. Die damit verbundene geringere Wegstrecke hebt den Nachteil der etwas geringeren Geschwindigkeit wieder auf und bringt uns tatsächlich schneller zur Luv-Tonne. Warum haben wir (ich) uns nicht schon viel früher mit dieser Anzeige befasst und die ein oder andere Minute herausgesegelt. Nun ja, beim Lesen dieser Zeilen wird ein ambitionierter Regattasegler nur schmunzeln, wir aber gehören alle zur Fraktion der Fahrtensegler. Werden nun aber sicherlich auch ein wenig besser, wenn es nicht schon zu spät ist. Anhand der „VMG-Anzeige“ kann ich nun tatsächlich feststellen, dass bis zu ½ kn mehr Luvgeschwindigkeit machbar ist. Warum nicht gleich so? Wir sind tatsächlich vor der „tut-nix“ und mal wieder 10 Minuten vor der „Jonathan“ auf der Ziellinie an der Ansteuerungstonne Fehmarnsund E. Nach berechneter Zeit mal wieder dahinter! Sicherlich wird jedem Leser dieser Zeilen aufgefallen sein, dass der Name der „Jonathan“ sehr oft genannt wird. Das hat natürlich im direktem Vergleich zur „tut-nix“  seinen Grund. Denn wenn man sich die Messbriefe der beiden Yachten anschaut, fällt auf, dass beide Yachten nahezu die gleiche „GPH“ aufweisen. Die Diskrepanz der beiden vermessenen Yachten ist so gering, dass man sie getrost vernachlässigen kann. Beide Yachten sind also nach „ORC“ gleich schnell. Warum aber die eine mit YS 87 und die andere mit YS 85 eingestuft wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das sind Welten, die die „tut-nix“ eigentlich gar nicht heraussegeln kann um nach berechneter Zeit vor der „Jonathan“ zu bleiben. Aus diesem Grund hatte ich im letzten Jahr zunächst per Mail später auch telefonisch den DSV kontaktiert und den Mitarbeiter des zuständigen Sachgebietes auf diese Unzulänglichkeit hingewiesen. Beide Messbriefe (konnte ich nach Anmeldung beim ORC her- unterladen) hatte ich der ersten Mail hinzugefügt. Von Seiten des DSV war man zunächst einmal dankbar für den Hinweis und versprach mir eine Überprüfung der Einstufungen. Gleichzeitig wurde auch mitgeteilt, dass eine mögliche Änderung aber erst im nächsten Jahr, also frühestens in 2016 erfolgen könne. Mit dem Wissen aus dieser Info hatte ich mal wieder für die Hessenregatta (2016)  gemeldet und für insgesamt 4 Personen an Bord schon Anfang September 2015 die Startgebühr für alle überwiesen. Zu dem Zeitpunkt wollte ich ja sicher sein, dass bei den massenhaften Anmeldungen die Tauranga auf jeden Fall wieder dabei ist. Denn zum ersten Mal bestand, nach der Korrektur der YS für die Jonathan, die theoretische Möglichkeit tatsächlich einen der vorderen Plätze zu belegen. Die Ernüchterung kam aber mit der Veröffentlichung der neuen DSV-Yachtstickliste. Die Comfortina 42 (also auch die Jonathan) war immer noch mit der YS 87 eingestuft, es gab keine Änderung! Natürlich habe ich wieder angerufen und auf die Kontakte und den Inhalt der Mitteilungen vom letzten Jahr (explizit auf die beiden Messbriefe) hingewiesen.  Daraufhin gab mir der Mitarbeiter der „DSV-Technik“ zu verstehen, dass man in einer Sitzung übereingekommen wäre, die YS der Comfortina 42 so zu belassen wie sie ist und keine Änderung durchzuführen. Für mich stellt sich die Situation allerdings so dar, dass meine Anregung auf Überprüfung vom April 2015 schlicht und ergreifend in Vergessenheit geraten ist und man alles beim alten belassen hat. Wie sollte es sich sonst erklären, dass man mir in diesem Telefonat mitteilte, dass die „tut-nix“ die Differenz zur Jonathan ja durch den Einsatz einer Genua statt der üblichen Fock ausgleichen könnte. Sie wäre dann sofort so-und-soviel Sekunden schneller! Wie bitte: Die „tut-nix“ soll eine Genua benutzen um schneller zu werden. Ich konnte es nicht glauben, was ich hörte. Wusste dieser Mann überhaupt wovon er sprach? Denn die Verwendung einer Genua hätte im Fall einer Neuvermessung zu einer sofortigen weiteren Verschlechterung des „GPH- Wertes“ geführt. Die Genua hätte auf jeden Fall auch einen Vermessungsstempel bekommen! Der Unterschied bei der Berechnung zur YS (84?) wäre noch größer geworden. Verkehrte Welt! – Aber, wie war das mit dem Gentleman! Respekt! Auf Grund aller dargelegten Fakten muss man den Achtungserfolg zum Abschneiden der „SY tut-nix“ (1. Der Gruppe „F“ und 3. von allen) neidlos anerkennen. Gut gemacht! “SY Jonathan” - 3. der Gruppe “F” und 9. von allen (hinter der “Tauranga”!  Die Plätze der “SY Amaya” (5. + 20.) wurden schon anfangs ausreichend erörtert.                                           Übernahme der Essay aus den Anmerkungen zur Hessenregatta.      „Jährlich im Mai wird die als "Hessenregatta" bekannte Fahrtensegler-Regatta in der "Westlichen Ostsee" veranstaltet.“      So stand und steht es auf der HP des Veranstalters, dem Fahrtensegler-Club Königstein 1995 Ffm. e.V.!      Leider aber ist es so, dass die Ergebnisse der Regatta hauptsächlich von Yachten mit eingespielten Crew´s bestimmt werden die      gar keine Fahrtensegler, sondern ausgewiesene ORC – Regatta – Segler sind.      Das ist nicht weiter verwunderlich, denn welche Eigner- / Charteryacht mit jährlich wechselnden Besatzungen kann da schon mit-      halten? Wie bei der Tauranga sieht es doch i.d.R so aus, dass nur diese eine, als einzige Regatta (die HR)  im Jahr gesegelt wird.      Wo soll da die Routine (Erfahrung) ,das “knew how”, für einen der vorderen Plätze herkommen?      Offenbar hat es sich bei den ORC´s deutschlandweit herumgesprochen, dass man bei der Fahrtenseglerregatta der Hessen leichtes      Spiel zum Abgreifen der Pokale hat.       Wenn dann in Einzelfällen auch noch die ORC vermessenen Yachten ggü. den hessischen Fahrtensegler-Teilnehmern bevorteilt und      mit einer günstigeren YS berechnet werden, als ihnen nach dem Umrechnungsfaktor (7,1 wurde vom Wettfahrtleiter so mitgeteilt)      zusteht, werden die Nachteile für die Fahrtensegler deutlich spürbar.      Stellvertretend sei hier noch einmal die    „Jonathan“ - GER 5453 - (GPH 609) genannt, welche vom Veranstalter mit der YS 87 berechnet wurde.,      außerdem die     „Carpe Diem“ - GER 6431 -  (GPH 596) mit YS 85 (nach YS 86 in 2015).      Die YS der nicht vermessene “Tauranga” mit einem nicht ganz so hohem Mast wie die Hanse 430, aber doch mit nahezu gleich      großen Großsegel wie die „Carpe Diem“ aber leider deutlich kleineren Spi wurde auf Grund einer holländischen Vergleichsyacht      - NL 7783 - (GPH 586)  mit YS 82 berechnet, hat somit nicht den Hauch einer Chance auf eine wirklich gute Platzierung. Außerdem        hat die Tauranga ggü. der „Carpe Diem“ einen riesigen Nachteil, denn sie hat ziemlich genau eine Tonne mehr Verdrängung!      Wie soll sie da mithalten können???      Korrekterweise hätten sich nach meiner Einschätzung folgende YS – Einstufungen ergeben müssen:      SY Jonathan: 86 statt 87 (Umrechnungsergebnis = 85,88) - (hier ist der DSV gefordert)      SY Carpe Diem: 84 statt 85 (Umrechnungsergebnis = 83,94) - (zur HR 2015 wurde die selbe Yacht mit der YS 86 gerechnet)      SY Tauranga: 83 statt 82 (Umrechnungsergebnis = 82,53).      Wenn man Seitens des Veranstalters die ORC-Yachten schon gern dabei hat und diese auch noch ggü. den Fahrtensegleryachten       bevorteilt, stellt sich die Frage:      „Warum lässt man sie dann nicht gemeinsam in ihrer eigenen Liga in einer gesonderten Gruppe starten? Also eine Gruppe nur      für vermessene Yachten, egal mit welcher YS! Das wäre doch eine faire Regelung, -wenn man sie denn will!                       Anderenfalls fehlt ein wenig die Motivation als Fahrtensegler an der Fahrtensegler-Regatta teilzunehmen!        
Platz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Yacht Susi  tut-nix Jonathan Carpe  Tauranga Passa Xenie Punta  Amaya Laluma 1. Wf. 04:46:47 04:52:54 04:42:03 04:41:11 04:48:43 04:59:44 04:53:08 05:09:57 04:40:14 05:32:32 2. Wf. 07:01:35 07:34:13 07:25:18 07:44:54 08:06:50 08:00:15 08:02:50 09:44:17 12:25:11 12:25:11 3. Wf. 4. Wf. 02:06:34 01:50:27 02:08:21 01:49:25 01:56:16 02:02:40 02:03:04 02:42:12 01:54:29 02:28:48 5. Wf. 03:53:04 03:46:29 03:50:25 03:59:13 03:52:31 03:59:30 04:11:07 04:08:02 03:52:05 05:17:02 Gesamt: 17:48:00 18:04:03 18:06:07 18:14:43 18:44:20 19:02:09 19:10:09 21:34:15 22:51:59 25:43:33 G-PL SEGELNR BOOTSNAME STEUERMANN/- FRAU PL(1.Wf) PL(2.Wf) PL(3.Wf PL(4.Wf) PL(5.Wf) G-PKTE G-PL 1 62 tut-nix Maecker 6 3 2 1 12 1 2 60 Carpe Diem Suhr 2 4 1 6 13 2 3 59 Jonathan Manthey 3 2 8 2 15 3 4 57 Susi Seepf. Hermann. 4 1 7 5 17 4 5 58 Amaya Boll 1 DNF 3 3 18 5 6 65 Tauranga Schellhas 5 7 4 4 20 6 7 64 Passatempo Thieme 8 5 5 7 25 7 8 66 Xenie Ahrendt 7 6 6 9 28 8 9 56 'Punta d'' Oro' Liepold 9 8 10 8 35 9 10 63 Laluma Mikulski 10 9 9 10 38 10 Stubbeköbing an der neuen Pier Steffen versucht sein Bestes Rainer, Steffen und Uwe von der Tauranga am Grill musikalische Begleitung auf der Pier schlechte Sicht vor Warnemünde - nur beim Vergrößern des Bildes ist etwas zu erkennen zur Entlastung des Cockpits liegen alle nicht benötigten Fallen und Strecker im Salon zurück