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Anmerkungen zur Hessenregatta              (update Aug. 2016, siehe unten)
Dieser Bericht zur Hessenregatta beginnt diesmal schon im Dezember 2015, also ein halbes Jahr vor dem eigent- lichen Termin der HR 2016.  Eigentlich ist es auch gar kein Bericht, sondern eine Ansammlung von Gedankengängen von jemanden, der mit der Ausrichtung der Regatta absolut nichts zu tun hat. Lediglich die eigenen Erfahrungen im Zusammenhang mit der Teilnahme an diesen Regatten sollen hier einmal erörtert werden. Niedergeschrieben von je- manden, der mit einer Ausnahme seit 2006 (damals nicht als Skipper, sondern als Steuermann der „SY Relax“, einer  X-332, an der HR teilnahm und somit die Veranstaltung und deren Abläufe und Veränderungen nicht verborgen ge- blieben sind. Schade, dass nicht ich selbst mit der Vereinsgründung der HVK (Hochseesegler Vgg. Kassel) in 1982 oder später auf die Idee kam, eine solche Veranstaltung, vielleicht zusammen mit der SGK (Segler-Gemeinschaft Kassel) auf der Ostsee zu organisieren und durchzuführen. Vermutlich lag es daran, dass andere Interessen des gerade erst gegründeten Vereins im Vordergrund standen und neben der Ausbildung zu allen DSV-Scheinen der Kauf einer Vereinsyacht Priorität hatte. Wie einfach wäre es doch gewesen schon Mitte der 80er Jahre ein solches Event durch hessische Segler zu managen. Für das Start- und Zielschiff hätte man noch nicht einmal eine Yacht chartern müssen. Eignerschiffe mit Liegeplätzen in Burgstaaken und Burgtiefe hätten zur Verfügung gestanden! War doch das Revier zwischen Fehmarn und Møns Klint mit dem damals ständig überlaufenen Fischereihafen Klint- holm bestens bekannt. Auch in Gedser an der Südspitze von Falster, stand bis dahin nur der Fischereihafen für die Segler zur Verfügung. Die später erfolgte Eröffnung des neuen Gedser-Yachthafens “um die Ecke”, in den ich zufällig mit der „SY Symphonie“ zu den Feierlichkeiten eingelaufen war, ist in dauerhafter Erinnerung geblieben. Rostock-Warnemünde und auch nur die Nähe der Küste von Mecklenburg-Vorpommern war allerdings absolut tabu, da hier der Grenzverlauf durch die DDR gerade erst auf 12 nm erweitert wurde. Erst in 1990 war ich zum ersten Mal in Warnemünde! Am Anlegesteg an der Mittelmole musste festgemacht und eine dort vorhandene Bretterbude, welche große Ähnlichkeit mit einem Herzhäuschen hatte, zwecks Kontrolle der Ausweise der gesamten Crew aufgesucht werden! Warum auch immer? Nun ja, die Idee für das Ausrichten einer solchen Regatta kam von keinem hessischen Verein, sondern vom Hessischen Segler-Verband, namentlich dem Beauftragten für Breitensport, Herrn Dr. Michael Bauer! Da hier der Verband der hessischen Segelvereine genannt wird, fällt mir noch eine Anekdote im Zusammenhang mit der Vereinsgründung der HVK ein. Natürlich wollte der neue Verein aus Nordhessen auch Mitglied im DSV werden. Das man als eingetragener Sportverein auch Mitglied im Landessportbund Hessen wurde war obligatorisch und auch die Aufnahme kein Problem. Beim Antrag auf Mitgliedschaft beim Hessischen- Segler-Verband und beim DSV wurde es schon schwieriger. Fakt war (Stand 1982), dass man beim DSV nur Mitglied werden konnte, wenn man auch Mitglied im jeweiligen Landesverband war. Und damit begann die Krux! Denn eine Mitgliedschaft beim Hessischen-Segler-Verband war nur möglich, wenn man Mitglied im DSV war! (?) Unzählige Telefonate später und Aufnahmeanträge zu beiden Verbänden in doppelter Ausführung (jeweils einer für den DSV und einer für den Hess. Segler-Verband),  brachte endlich den Durchbruch. Die Hochseesegler Vgg. Kassel e.V. (HVK) konnte dann doch, trotz unüberwindlich erscheinenden Aufnahmeprozedere, endlich Mitglied werden. Nach dieser kleinen Rückblende nun aber zur aktuellen Situation. Im Zuge der 3. Hessenregatta wurde 1995 der „Fahrtensegler-Club Königstein“ von eben diesem bereits erwähnten Dr. Bauer gegründet und die Durchführung der Hessenregatta weiterhin auf der Ostsee gesichert. Wie die HVK (Hochseesegler Vgg. Kassel) trägt auch der neu gegründete Verein das Bekenntnis zum Segeln in der Namensgebung (Fahrtensegler-Club). Merkwürdigerweise ist aber auf der HP des Veranstalters unter „Hessenregatta“ folgendes zu lesen: „Neidvoll blickt der Binnenländer auf 600 km von seinem Wohnort entfernte Segel-Clubhäuser, inmitten von Ostsee- häfen mit eigenem Steg, mit großen Bojen im Hof und auf große seegängige Motoryachten, für die Samstagnach- mittag-Regatten . . .“! Wie bitte? Als Segler blicke ich doch nicht neidisch auf „Motoryachten“! (unterwegs auf See unterbleibt bei mir sogar der sonst übliche Gruß von Boot zu Boot, sie werden schlicht und ergreifend seit fast 40 Jahren meiner Segelei auf der Ost-, Nordsee, dem MM und in der Karibik ignoriert)! Ausgenommen sind lediglich mir bekannte Motorbootfahrer, die ich persönlich im Hafen kennengelernt habe und die nicht selten selbst jahrzehntelang als Segler aktiv und im fortgeschrittenen Alter aus gesundheitlichen Gründen zu einer MY wechselten. Ich habe aber auch noch nie gehört, dass mit Motoryachten, wie sie in den Ostseehäfen zu sehen sind, Regatten ge- fahren werden, weder mittwochs, freitags und auch nicht am Samstag oder sonst einem Tag! Natürlich gibt es Wettfahrten/Regatten unter Motorbooten! In Botafoch/Ibiza z.B. habe ich die dafür geeigneten Boote gesehen. Diese leichten Boote mit ihren z.T. mehr als 2000 PS (wenn die Motoren gestartet werden fühlt man sich ins Fahrerlager der Formel 1 versetzt), sind auch für nichts anderes bestimmt und zum Wohnen an Bord völlig ungeeignet. Das Dröhnen der frisierten Motore hörte man noch bis Ibiza-Stadt! Ich käme aber nie auf die Idee, diese als Motoryachten zu bezeichnen. Oder ob Herr Dr. Michael Bauer Segelyachten mit  ihrer immer stärker werdenden Motorisierung als Motoryachten bezeichnet (?); ich weiß es nicht!  Ist ja auch egal! Aber! Auch der amtierende 1. Vorsitzende des Fahrtensegler-Clubs Königstein hat seine Liebe zu Motoryachten entdeckt und lässt sich seit Jahren während der Hessenregatta mit einer Motoryacht (aus meiner Sicht eine echte MY) in seiner Eigenschaft als Regattaleiter parallel zu den Regattabahnen chauffieren. Nun ja, mich stört es nicht weiter. Nur schade, dass die Qualität der Modulation vom Funkgerät dieser Yacht bisher alles andere als optimal war. Keine andere von allen teilnehmenden Yachten modulierte in den letzten Jahren so gering wie das Funkgerät der Begleityacht; -ist so leise, dass immer wieder nachgefragt werden muss (wenn der Träger überhaupt zu empfangen ist). Anlass zur Kritik? Leider gibt das veränderte Anmeldeprozedere zur HR Anlass zur Kritik.  Die bisherigen Zuwachsraten bei den Meldun- gen zur HR sprachen eigentlich eine deutliche Sprache; signalisierten dem Betrachter, dass das Konzept stimmig war und die Teilnahme daran eine ständig steigende größere Anzahl von Seglern erfreute. Die Regatta für Fahrtensegler (nicht nur für die aus Hessen)  war und ist beliebt. Während es nach meiner Erinnerung in 2006 noch 65 gemeldete Yachten waren, musste ab 2012 aus organisatorischen Gründen die Anzahl der teilnehmenden Yachten auf 80 begrenzt werden. Denn ca. 380 Segler mussten erst einmal zum Bergfest in Warnemünde bzw. bei der Siegerehrung untergebracht werden. Die Obergrenze des machbaren war erreicht. Das „Leider“ am Anfang dieses Absatzes bezieht sich aus meiner Sicht darauf, dass die Anmeldung zur Regatta lt. Ausschreibung bis spätestens zum 31.12. des Vorjahres erfolgen muss. Nun ist es aber so, dass gerade die Mehrzahl der Teilnehmer aus den Reihen der Charterer. kommt. Und gerade sie sind es doch, die häufig mit der Tatsache der fehlenden Mitsegler konfrontiert werden, da bei jedem Crewmitglied die Möglichkeiten für Urlaub usw. erst einmal geklärt werden muss. Trotzdem verlangt der Veranstalter (für mich nicht nachvollziehbar) neben der frühen Anmeldung auch die Über- weisung des Startgeldes für die Mitsegler auf allen Schiffen! Nur dann gilt die Anmeldung, bzw. wird nicht an- genommen. So kommt es vor, dass der Skipper der jeweiligen Yacht genötigt ist, aufs “Blaue” erst einmal den geforderten Betrag für alle Mitsegler auf das Vereinskonto des Veranstalters zu überweisen, obwohl er noch gar nicht weiß, wer letztlich alles zu seiner Crew gehören wird. Das gilt aber nicht nur für die Charter-, sondern zum Teil auch für die Eigneryachten. Denn nichts ist so beständig wie die Unbeständigkeit der möglichen Mitsegler und vor allem deren Anzahl. Natürlich ist die Möglichkeit einer Nachmeldung angegeben und geregelt. Doch in diesem Fall erhöht sich die Start- gebühr von 60,- auf 70,- €. Völlig außen vor sind diejenigen, die erst nach dem 15. März grünes Licht von ihrem Arbeitgeber bekommen und noch teilnehmen möchten. Sie haben i.S. der Ausschreibung keine Chance an der HR teilzunehmen! Da ich nicht nachvollziehen kann, warum man bis zu 8 Monate vor der Regatta weit mehr als 20.000 € an Startgebühren einziehen muss (es fallen doch außer den Kosten für ein paar Telefonate und Portogebühren in dieser frühen Phase der Vorbereitung keine solch hohen Ausgaben an), habe ich für mich beschlossen, mögliche verspätete Mitsegler (die erst nach dem 15. März zusagen können) nicht zu Hause zu lassen, sondern als blinden Passagier (kann man die so nennen?) auf jeden Fall mitzunehmen. Ich lasse doch niemanden zu Hause, der vielleicht im nächsten Jahr wieder ein potenzieller Mitsegler ist!!! Nein nein, . . . es wird schon dafür gesorgt, dass der einzelne „Nachzügler“ auf Grund des dann nicht gezahlten Startgeldes nicht vom sogenannten „Freibier“ und den heißen Grills in Stubbeköping partizipiert bzw. beim gemeinschaftlichen Essen zum Bergfest in Warnemünde übervorteilt wird. Es wird eher so sein, dass in einem solchem Fall die gesamte Crew nicht an der Veranstaltung teilnimmt! Nachtrag vom Mai 2016: “Nachmeldungen von Crewmitgliedern und Yachten (Gebühr: +10 € proPerson) sind nur bis zum 15. März 2016 möglich” So stand es in der Ausschreibung! “Wenn noch ein Segelkamerad hinzu gekommen ist, bitten wir die Nachmeldegebühr möglichst zu überweisen”. So stand es in einer an alle gerichteten Mail des Veranstalter am 18.04.2016!    Wie erklärt sich das? Ob man beim Veranstalter die “Anmerkungen zur Hessenregatta” auf der HP der Tauranga gelesen hat? Es ist anzu- nehmen! Wie sollte sich sonst dieser plötzliche Sinneswandel erklären, den es im letztem Jahr noch nicht gab? Und so kam es wie es kommen musste: Auch ein Crewmitglied der Tauranga konnte sich plötzlich die eine Woche freimachen und teilnehmen. Die Nachmeldung verlief unproblematisch, da die Startgebühr und die Nachmeldegebühr (70,- €) am 18.05.2016 auf das Vereinskonto des Veranstalters überwiesen wurde; -obwohl genau das ja nach der eigenen Ausschreibung gar nicht möglich war!!! Enttäuschend: 1. Als ich das erste Mal als Mitsegler in 2006 an der Hessenregatta teilgenommen habe, gab es als Erinnerungsgeschenk einen Rucksack für jeden, natürlich mit Aufschrift “Hessenregatta”! Damit konnte das Erinnerungsgeschenck von 2016, wohlgemerkt zur 25. Veranstaltung, nicht ganz mithalten. Lediglich für ein Trinkglas mit der Aufschrift “25. Hessenregatta 2016 - FSCK 1995” hat der Veranstalter investiert. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich eigentlich zur Jubiläumsveranstaltung der FSCK anlässlich der 25. Hessenregatta etwas anderes erwartet. Ohne darüber gesprochen zu haben, war offenbar die Hälfte der Crew von der Tauranga auch enttäuscht. Zu diesem Schluss komme ich deshalb, weil ich jetzt nicht zur ein solches Glas (meins) im Schapp stehen habe, sondern gleich drei! Zwei der Mitsegler wollten dieses “Erinnerungsgeschenck” offenbar gar nicht erst mit nach Hause nehmen. 2. „Jährlich im Mai wird die als "Hessenregatta" bekannte Fahrtensegler-Regatta in der "Westlichen Ostsee" veranstaltet.“ So stand und steht es auf der HP des Veranstalters, dem Fahrtensegler-Club Königstein 1995 Ffm. e.V.! Leider aber ist es so, dass die Ergebnisse der Regatta hauptsächlich von Yachten mit eingespielten Crew´s bestimmt werden die gar keine Fahrtensegler, sondern ausgewiesene ORC – Regatta – Segler sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn welche Eigner- / Charteryacht mit jährlich wechselnden Besatzungen kann da schon mit- halten? Wie bei der Tauranga sieht es doch i.d.R so aus, dass nur diese eine, als einzige Regatta (die HR)  im Jahr gesegelt wird. Wo soll da die Routine (Erfahrung) ,das “knew how”, für einen der vorderen Plätze herkommen? Offenbar hat es sich bei den ORC´s deutschlandweit herumgesprochen, dass man bei der Fahrtenseglerregatta der Hessen leichtes Spiel zum Abgreifen der Pokale hat. Wenn dann in Einzelfällen auch noch die ORC vermessenen Yachten ggü. den hessischen Fahrtensegler-Teilnehmern bevorteilt und mit einer günstigeren YS berechnet werden, als ihnen nach dem Umrechnungsfaktor “7,1” (wurde vom Wettfahrtleiter so mitgeteilt) zusteht, werden die Nachteile für die Fahrtensegler deutlich spürbar. Stellvertretend sei hier noch einmal die „Jonathan“ - GER 5453 - (ORC vermessen lt. Messbrief - GPH 609) genannt, welche vom Veranstalter mit der YS 87 berechnet wurde., außerdem die „Carpe Diem“ - GER 6431 - (ORC vermessen lt. Messbrief (GPH 596) mit YS 85 (nach YS 86 in 2015). Die YS der “Tauranga” (nicht vermessene Fahrtenyacht ohne Messbrief und ohne ORC-Segler an Bord) mit einem nicht ganz so hohem Mast wie die „Carpe Diem“ (Hanse 430), wenn auch mit nahezu gleich großen Großsegel, aber leider deutlich kleineren Spi wurde auf Grund einer holländischen Vergleichsyacht - NL 7783 - (GPH 586)  mit YS 82 berechnet, hat somit nicht den Hauch einer Chance auf eine wirklich gute Platzierung. Außerdem hat die Tauranga ggü. der „Carpe Diem“ einen riesigen Nachteil, denn sie hat ziemlich genau eine Tonne mehr Verdrängung!     Wie soll sie da mithalten können??? Korrekterweise hätten sich nach meiner Einschätzung folgende YS – Einstufungen ergeben müssen: SY Jonathan: 86 statt 87 (Umrechnungsergebnis = 85,88) - (hier ist auch der DSV bzw die Kreuzer-Abteilung gefordert) SY Carpe Diem: 84 statt 85 (Umrechnungsergebnis = 83,94) – (zur HR 2015 wurde die selbe Yacht noch mit der YS 86 berechnet) SY Tauranga: 83 statt 82 (Umrechnungsergebnis = 82,53).                                    Wenn man Seitens des Veranstalters die ORC-Yachten schon gern dabei hat und                                    diese auch noch ggü. den Fahrtensegleryachten bevorteilt, stellt sich die Frage: „Warum lässt man sie dann nicht gemeinsam in ihrer eigenen Liga (außerhalb der Fahrtensegler) in einer gesonderten Gruppe                                                                             starten? Also eine Gruppe nur . . .                 für vermessene Yachten, egal mit welcher YS! Das wäre doch eine faire Regelung, -wenn man sie denn will! Anderenfalls fehlt ein wenig die Motivation als Fahrtensegler an der Fahrtensegler-Regatta teilzunehmen!